Die Wundermittel „Richtig Loben“, „Richtig kritisieren“, „Vorbildwirkung“, „Förderung und Ermutigung“ als Motivationsgaranten.

Von Natur aus ist der Mensch, besonders der junge Mensch, motiviert, Neues (Unbekanntes) zu ergründen und aus Nichtwissen Wissen zu machen. Wissensdurst ist angeboren. Daher ist es schon verwunderlich, dass Kinder im Kindergartenalter oder in frühen Grundschuljahren Wissen aufsaugen wie ein trockener Schwamm das Wasser und in weiterführenden Schulen bei vielen Jugendlichen die Motivation gegen Null geht.

Grund dafür ist nicht selten der zu hohe Leistungsdruck und das Umfeld Schule selbst. Sehr gute Noten sind das Maß aller Dinge. Sie bewerten in der Regel allein, ob ein Schüler oder eine Schülerin „gut“ oder „schlecht“ ist. Der Notendurchschnitt ist wie die Ergebnisliste eines Sportwettkampfes. Er zeichnet Gewinner, aber ebenso das Mittelfeld und die Verlierer aus.

Auch wenn einheitliche Kriterien der Bewertung sicherlich von Nöten sind, ein tatsächliches Feedback über den persönlichen Leistungsstand oder die persönliche Entwicklung eines Schulkindes geben Noten in den seltensten Fällen.

Scheitert ein Kind an diesem Lernsystem, wird aus Lernlust eher Lernfrust. Letztendlich scheitert das Kind nicht nur am Lernsystem, sondern auch an sich selbst. Die Motivation, Neues zu lernen und zu entdecken, verlagert sich von Schule und Hausaufgaben auf die Entdeckung neuer Strategien, Schule und Lernen zu vermeiden und schlechte Noten zu „erklären“. Bleibt der Druck für gute Noten weiter hoch und findet das Kind keine funktionierenden persönlichen Ruhezonen mehr, reagiert das empfindliche „System Kind“ mit Angst, Stress und weiteren negativen körperlichen Symptomen.

Die Frage, welche durch Eltern zu beantworten ist: „Kann ich den natürlichen Wissendurst wieder wecken?“ oder anders „Wie kann ich mein Kind wieder motivieren?“

Die nachfolgenden Anregungen sollen eine kleine Hilfestellung sein, wie Motivation neu erlernt und aufrechterhalten werden kann.

Vorbildwirkung der Eltern

Eltern sind – auch in der Pubertät – wichtige Bezugspersonen für ihre Kinder. Aber sie haben andere Aufgaben im Familiengefüge, als die Aufgaben von Nachhilfekräften oder eines Ersatzlehrers zu übernehmen. Jedoch können Eltern allein durch ihr tägliches Auftreten zur Lernmotivation beitragen.

Mitgefühl, Glaubwürdigkeit, Begeisterungsfähigkeit und Konsequenz sind wichtige Erziehungsprinzipien, an denen sich Eltern alltäglich messen lassen sollten.

Nur wenn Eltern selbst motiviert sind und von sich selbst etwas abverlangen, können sie ihre Kinder motivieren und etwas von ihnen verlangen. Aber Achtung: Eltern sind Erwachsene und Kinder eben Kinder beziehungsweise Jugendliche. Deshalb sollten die Ansprüche auch darauf ausgerichtet sein.

Die Devise lautet: Motivation durch Vorbild.

Reale Ziele setzen

Ein Lernziel ist ein formulierter und angestrebter Zustand auf Grundlage einer Ausgangsbasis und einer definierten Handlung, dem Zweck dienend, die Ausgangsbasis positiv zu verändern.

Diese etwas wissenschaftliche Erläuterung sagt nichts Anderes aus, als dass Ziele bewusst gewählt werden müssen und keine daher gesagten Luftschlösser sein sollten.

Ziel müssen auch nicht zwangsläufig an Noten festgemacht werden. Eine Veränderung etwa im Lernverhalten oder der Hausaufgabenzuverlässigkeit sind ebenso erstrebenswerte Ziele.

Zudem sind Ziele altersgerecht zu formulieren und nicht an Belohnungen oder Strafen zu knüpfen.

Am besten ist es natürlich, wenn Ziele durch die Kinder und Jugendlichen selbst gesteckt werden. Aber auch hier gilt, dass Eltern darauf achten sollten, dass Ziele an der Realität ausgerichtet werden.

Glaubwürdiges Interesse

Glaubwürdiges Interesse an Schule bedeutet nicht das bloße Abfragen der Noten oder die Nachfrage, ob die Hausaufgaben erledigt sind. Vielmehr gehören auch intensive Gespräche insbesondere über das Schüler-Lehrer-Verhältnis, das Klassenklima, die Schulfreunde, über schulstoffliche Aspekte und nicht zuletzt über das allgemeine Befinden des Kindes im schulischen Umfeld dazu.

Hier sind die Eltern oft mehr als Zuhörer denn als sich Einmischende gefragt. Glaubwürdiges Interesse bedeutet auch, sich Zeit nehmen für die persönlichen Probleme des Kindes und auch, die Darstellungen und Empfindungen des Kindes nicht pauschal zu bagatellisieren oder zu verstärken.

Wichtig: Neben all den großen und kleinen Problemen, sollte auch über positive Erlebnisse gesprochen werden. Die Unterhaltung über positive Dinge des Schulalltages ist auch ein guter Türöffner, um über weniger positive Dinge zu sprechen.

Schule ist Schule und daheim ist daheim

Das Zuhause sollte das bleiben, was es ist. Zuhause bedeutet neben allen Pflichten vornehmlich ein Ort des Rückzuges, der Erholung und der Entspannung, ein Umfeld von Spaß, Hobby und gemeinsamen familiären Aktivitäten.

Rücken schulische Probleme in den Vordergrund, nimmt Schule zu Hause zu viel Zeit in Anspruch, verliert das Zuhause immer mehr an Bedeutung als Gegenpol zu Schule.

Hier sollte eine ausgewogene Balance gefunden und auf Anzeichen, wann es dem Kind zu viel wird, geachtet werden.

Richtig loben und richtig kritisieren

Eltern müssen zuerst ein für ihre Kinder spürbares positives Klima schaffen, in dem Fehler nicht nur erlaubt, sondern fast schon erwünscht sind. Wenn aus Fehlern dann gelernt wird, ist das Ziel schon erreicht.
Als gutes Beispiel dient, wie und wie lange man für eine Klassenarbeit lernen sollte. Kommt nicht das erwünschte (vom Kind erwünschte) Ergebnis heraus, kann über den „falschen Weg“ geredet und ein besserer gegangen werden.

Kinder nur an schulischen Noten zu messen, ist kontraproduktiv. Denn sie werden in gleicher Art bewertet, wie in der Schule. Besser ist es, an etwas zu messen, was das Kind selbst in der Hand hat und das es unabhängig von einem schulischen Bewertungssystem durch sein Handeln beeinflussen kann. Engagement und zeitlicher Einsatz, Zuverlässigkeit bei Hausaufgaben sind einige gute Beispiele, für die es zu loben lohnt.

Kinder merken so schnell, dass sie den Erfolg und folglich auch die Anerkennung ihrer Leistung selbst in der Hand haben.

Lob und Kritik sind nur Mittel der Motivation, wenn sie richtig eingesetzt werden. Deshalb:

  • Besser für Gutes loben als für Schlechtes kritisieren.
  • Lob darf nicht pauschal sein. Ein „Das hast du gut gemacht!“ hat weit weniger Gewicht als ein „Du hast drei Aufgaben mehr richtig gehabt, als in der letzten Hausaufgabe. Das ist gut! Das Üben hat sich ausgezahlt.“
  • Ebenso darf Kritik nicht pauschal sein und muss einen „Ausweg“ für die Zukunft aufzeigen. Ein „Schon wieder so viele falsche Antworten!“ hat weit weniger Gewicht, als ein „Schade, dass du einige Fragen nicht beantworten konntest! Überlege dir, ob du für die nächste Arbeit nicht die Übungsaufgaben aus dem Lehrbuch übst. Das wird sich sicherlich auszahlen.“
  • Kritik darf nie rückwärts gerichtet und mit Vorwürfen behaftet sein. Aussagen wie „Ich habe dir doch gesagt, dass es in die Hose geht!“ oder „Warum hast du es nicht so gemacht, wie ich es dir vorher gesagt habe!“ setzen nicht nur das Kind als eigenständige Persönlichkeit herab sondern fördern auch Unselbständigkeit und Demotivation.
  • Kritik darf nie vergleichen. Ein Vergleich mit gutem Verhalten oder guten Noten der Geschwister, Freunde oder gar der Eltern wirkt beim Kind zurücksetzend im sozialen Gefüge der Familie und des Freundeskreises.

Noten richtig deuten – Leistung und Noten sind nicht immer dasselbe

Eine schlechte Note in einer Klassenarbeit bedeutet nicht gleich eine schlechte Leistung. Deshalb sollte bei der Auswertung einer Note immer zwischen der eigentlichen Note und der erbrachten Leistung differenziert werden.

Noten allein sind nicht aussagekräftig, sie sind eine Momentaufnahme und spiegeln weder den aktuellen Leistungsstand noch die Leistungsentwicklung eines Schülers im Ganzen wieder.

Deshalb sollten in die Bewertung der Noten durch die Eltern folgende Kriterien ebenso einfließen:

  • Entspricht die Note dem Können des Kindes (Hausaufgaben, Übungen, etc.)?
  • Hat sich das Kind gut vorbereitet auf die Klassenarbeit?
  • Welche Art von Fehlern führte zu Punktabzügen (Flüchtigkeitsfehler, Aufgabenverständnis, handwerkliche Fehler, Zeitprobleme, etc.)?

Wenn das Kind alles getan hat, um sein Notenziel zu erreichen, sollte es auch dafür gelobt und die Schulnote relativiert werden.

Gute Leistung, schlechte Note – Shit happens!

Ermutigen und Fördern – Rückschläge gehören zum Erfolg

Ermutigung ist ein wichtiger Aspekt, Rückschläge (in Form von Noten) gut zu verkraften. Hat das Kind alles getan, hat es sich gut vorbereitet, gelernt, Ratschläge und Hinweise geprüft oder gar berücksichtigt, ist dem Kind nichts vorzuwerfen.

Hier kommt es darauf an, das Kind zu ermutigen, den richtigen Weg weiter zu beschreiten.

Kinder wollen nach Rückschlägen oft Veränderung. Es anders und besser machen, um das persönliche Leistungsziel zu erreichen. Ein Fördern solcher Eigeninitiative bringt dem Kind Sicherheit, mit seinen Entscheidungen ernst genommen zu werden.

Bleiben schulische Erfolge aus, schaffen außerschulische Erfolgserlebnisse eine Art Balance und lassen den schulischen Misserfolg weniger schlimm erscheinen. Deshalb sollten auch außerschulische Leistungen (häusliche Aufgaben, Hobbys, etc.) gleichrangig Anerkennung finden.

Das Entgegenbringen von Wertschätzung und Anerkennung trotz einer schlechten Note stärkt zusätzlich das Selbstbewusstsein des Kindes und reduziert es nicht nur auf eine Zahl unter der Arbeit.

Fazit

Motivation ist ein wichtiges Werkzeug, Kinder durch den Schulalltag mit all seinen positiven und negativen Seiten zu führen und nicht nur Aufgabe der Lehrkräfte, sondern im Besonderen des gesamten familiären Umfeldes.

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NachhilfeLehrerin Winterthur | Seuzacherstrasse 74, 8400 Winterthur, Schweiz
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147 Rezensionen
Profilbild von Simon Zeiser
vor einem Monat
Unser Sohn war in der Mathe Nachhilfe. Er konnte bei Frau Hug für Prüfungen üben, Themen welche er nicht richtig verstanden hatte aufarbeiten und so seine Ziele erreichen. Frau Hug war stets freundlich und hilfsbereit. Sie ging toll auf Wünsche und Bedürfnisse ein. Es waren eher kleine Gruppen, weswegen genügend Zeit für alle SchülerInnen war. Wir können die Nachhilfe uneingeschränkt allen empfehlen, welche sich einem Fach verbessern oder Lücken schliessen möchten.
Kastriot Saiti
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vor einem Monat
Wir sind unglaublich dankbar für die tolle Unterstützung durch die (Nachhilfelehrerin),Frau Hug meines Sohnes. Sie arbeitet mit sehr viel Geduld, Engagement und Herz. Mein Sohn fühlt sich bei ihr verstanden und ernst genommen, was für mich als Mutter besonders wichtig ist. Seit er bei ihr in der Nachhilfe ist, hat sich nicht nur seine schulische Leistung deutlich verbessert, sondern auch sein Selbstvertrauen ist gewachsen. Sie erklärt den Stoff verständlich und nimmt sich die Zeit, bis er alles wirklich verstanden hat. Man merkt, dass ihr die Kinder am Herzen liegen und sie ihren Beruf mit Leidenschaft ausübt. Ich kann sie von ganzem Herzen weiterempfehlen , eine bessere Unterstützung hätten wir uns nicht wünschen können! Herzlichen Dank Frau Hug
Melike Akbas-Aksu
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vor 3 Monaten
Frau Hug ist eine nette Nachhilfelehrerin. Sie erklärt gut. Ich bin seit fünf Jahren bei ihr gewesen und hatte einen guten Erfolg in der Schule dank Ihr .Ich hatte bei ihr fast nur Mathe gelernt und nur selten Deutsch ,aber sie hat in Mathe sehr gute Unterlagen um es gut zu verstehen.Ich empfehle es denen die in der 4-6 Klasse sind weil sie dir die Selbstständigkeit und die Basis gut lernt .Als ich in der Ersten Sek war hatte ich keine Mühe mehr und konnte mich so gut weiterentwickeln . Meine Mathenoten sind nun top.
Ajan Shaqiri
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vor 4 Monaten
Frau Hug ist eine sehr motivierte und liebenswerte Person. Sie hilft immer gerne und konnte meine Probleme (z.b Mathe ) immer sehr schnell mit mir beseitigen so das ich mit einem guten Gewissen nachhause gehen konnte. Dank ihr konnte ich nicht nur mit einem guten Gewissen nachhause sondern auch an die Prüfungen. Ich kann es denjenigen weiter empfehlen die, Angst haben vor Prüfungen oder, die finden das der Weg wie es die Lehrperson erklären nicht immer der beste ist.
Eva
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vor 5 Monaten
Ich kann die Nachhilfe bei Frau Hug nur weiterempfehlen! Sie ist eine tolle Lehrerin, die sich sehr bemüht, die Schülern zu helfen. Meine Kinder haben dort Nachhilfe in Deutsch und konnten gut vorbereiten werden. Besonders hilfreich waren die Übungsblätter für die Tests, die Sie uns zur Verfügbar gestellt hat. Ich würde Sie die Freunden von meinen Kindern und Bekannten weiterempfehlen!
Kokila Thamotharam