Zahlenverständnis Üben und Fördern

  1. Was ist Zahlenverständnis?
  2. Zahlenverständnis: Angeboren oder antrainiert?
  3. Zahlenverständnis im Vorschulalter/Kindergartenalter üben
  4. Zahlenverständnis im Primarschulalter üben
  5. Was tun bei Verdacht auf Rechenschwäche/Dyskalkulie
  6. Förderung bei Dyskalkulie

Was ist Zahlenverständnis?

Eine einfache Erklärung ist, Zahlenverständnis ist die Fähigkeit, mit Zahlen, deren Wert und Grössenordnung problemlos umzugehen.

Doch diese Definition greift etwas zu kurz. Vielmehr ist Zahlenverständnis eine kognitive Fähigkeit und zugleich eine Problemlösungskompetenz, natürliche Mengen und Grössen in mathematische Objekte (Zahlen) zu abstrahieren und zueinander ins Verhältnis zu setzen (mathematische Operatoren, Grösseneinheiten, Formeln).

Es werden Messungen, Beobachtungen, Zählungen etc. mit einer Zahl in Verbindung gebracht. Diese Abstraktion erlaubt es, einen Mengen- oder Größenbegriff und aus den beobachteten Beziehungen eine Verallgemeinerung herzuleiten.

Kurzum, das Zahlenverständnis hilft, mit als Zahlen dargestellten natürlichen Mengen, Grössen und deren Beziehungen umzugehen. Dabei wird einer Zahl oder Grösse unbewusst immer ein natürlicher (realer) Gegenspieler zugeordnet. Während dem Nachhilfeunterricht bei Nachhilfe-Lehrerin.ch stelle ich solche Probleme immer wieder fest.

Zahlenverständnis: Angeboren oder antrainiert?

Angeboren oder antrainiert? Die Frage muss eigentlich anders lauten: Kann ein Kind zählen und rechnen, wenn es kein Zahlwort kennt und es dementsprechend auch nicht schreiben kann? Dies haben Forscher der US-Akademie der Wissenschaften untersucht.
Sie fanden heraus, dass Wörter (Zahlwörter) für den Umgang mit Zahlen zwar hilfreich sind, jedoch nicht notwendig.

Wenn das Zahlenverständnis natürlich gegeben ist, ist auch die Form der Ausprägung natürlich gegeben und folglich hat jedes Kind im Prinzip eine unterschiedlich starke Ausprägung – mit positiven und negativen Spitzen.

Wer ein besonders ausgeprägtes Zahlenverständnis besitzt, hat in diesem Bereich eine hohe Intelligenz (mathematische Intelligenz). Andere haben ein weniger ausgeprägtes Zahlenverständnis, was sich bei wenigen bis zur Dyskalkulie* (umgangssprachlich: Rechenschwäche) ausprägen kann.

* Dyskalkulie: „Schulische Entwicklungsstörung, welche die Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten beschreibt, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division.“ Quelle: WHO – Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme

Zahlenverständnis im Vorschulalter/Kindergartenalter üben

Im Vorschul- bzw. Kindergartenalter kommt es nicht darauf an, dass das Kind besonders gut zählen kann, sondern darauf, den Begriff von Mengen und Größen zu prägen und das Abstraktionsvermögen zu trainieren.

Erst wenn der Vergleich von Mengen (größer oder kleiner, mehr oder weniger) verinnerlicht ist, hat das Verbinden mit „abstrakten Zahlen“ einen Sinn. Das Aufzählen von Eins bis … ist lediglich die Wiedergabe auswendiggelernter Zahlwörter und hat im Wesentlichen nichts mit dem eigentlichen Zahlenverständnis zu tun.

Ab dem Alter (Entwicklungsalter) von drei Jahren kann mit dem Kind im spielerischen Umgang das Zahlenverständnis trainiert werden.

Besonders geeignet sind hierzu Sortierspiele, bei denen Gegenstände nach unterschiedlicher Größe, Farbe oder Beschaffenheit sortiert werden müssen. Diese Spiele trainieren die Fähigkeit, Gleichartiges zu erkennen und zu gleichartigen Mengen zusammenzufassen.

Logikspiele gehören ebenfalls zur frühkindlichen Förderung. Es geht vor allem darum, mit dem Kind das Einordnen in Typengruppen (Was gehört zusammen?) zu üben. Hier gibt es wieder zahlreiche Angebote im Fachhandel oder Internet (z.B. „Nikitin“ von Logo oder die Internetseite: www.kinderspiele.de/denkspiele). Wer auf gekaufte Spiele verzichten möchte, kann auch alles nutzen, was der Haushalt hergibt (Geld – Geldbörse, Schrauben –Schraubenzieher, Papier – Bleistift). Einfach die Gegenstände durcheinander hinlegen und das Kind sortieren lassen.

Bei etwas älteren Vorschulkindern kann begonnen werden, „mehr oder weniger“ zu vergleichen. Hierzu braucht es keiner besonderen Spiele, sondern lediglich haushaltstypischer Gegenstände oder Lebensmittel (Teller, Äpfel, Bonbons). Durch die optisch unterschiedlichen Mengen kann das Kind einfacher auf „mehr oder weniger“ abstrahieren.

Aber auch der Alltag bietet genügend Möglichkeiten, das Zahlenverständnis für das Kind zu trainieren. Wer zum Beispiel beim Einkaufen das Kind beim Einpacken der Artikel in den Einkaufswagen mitzählen lässt, trainiert die Abstraktion zwischen Menge und Zahlwort (drei ist mehr als zwei). Auch das bewusste Vergleichen von Preisen hilft, das Abstraktionsvermögen zu trainieren. Wer ein wenig überlegt, findet sicherlich noch viele weitere Beispiele.

Zahlenverständnis im Primarschulalter 

Ein zentrales Ziel des Mathematikunterrichtes im Grundschulalter ist die Erweiterung und Vertiefung des Zahlenverständnisses und hier besonders, eine Verbindung zwischen der Umwelt (Mengen, Anzahl) und der geschriebenen Zahl herbeizuführen, also zu abstrahieren.

Weiterhin ist es Ziel, Rechenoperationen nach mehr oder weniger standardisierten Verfahren durchführen zu können.

Wer sein Kind außerschulisch unterstützen will, sollte Übungen und Spiele verwenden, die eine Verbindung zwischen der Umwelt und einer abstrakten Zahl oder Rechenoperation als Zweck haben.

Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass diese Übungen und Spiele nach dem Lerntempo in der Schule auszurichten sind und damit als Unterstützung des Schulunterrichts dienen.

Obwohl in den verschiedenen Bundesländern die Unterrichts-/Klassenstufenziele unterschiedlich definiert sind, kann man doch eine Tendenz sehen, was am Ende einer Klassenstufe im Sinne des Zahlenverständnisses beherrscht werden soll. Der Grad des Beherrschens ist dabei verbal unterteilt (z.B. Malnehmen < Mulitplikation, Plusrechnen < Addition).

Zahlenverständnis Klasse 1

Zahlen zerlegen, Rechnen am Zahlenstrahl, Rechnen mit Plus und Minus, Rechnen mit Geld, Verdoppeln und Halbieren

Zahlenverständnis Klasse 2

Zahlenraum bis 1000, Zehner und Einer, Uhrzeit, Addition und Subtraktion, Hunderterfeld, Teilen, Rechnen mit Geld, Malnehmen und Teilen

Zahlenverständnis Klasse 3

Rechnen mit Zeit, Zahlen bis 1000, Rechnen mit Größen, Flächen- und Körperformen, Schriftliche Addition und Subtraktion, Multiplikation und Division

Zahlenverständnis Klasse 4

Zahlenraum von 1000 bis 1 Million, schriftliche Addition und Subtraktion, schriftliche Multiplikation und Division, Rechnen mit Größen und Sachaufgaben

Was tun bei Verdacht auf Rechenschwäche/Dyskalkulie?

Rechenstörungen zeigen sich sehr unterschiedlich, meist in Kombination von mehreren Symptomen. Wichtig ist, dass pädagogische Kräfte und Eltern gut beobachten.

Bereits im Vorschulalter und im Grundschulalter können erste Anzeichen* erkannt werden, die einen Hinweis auf eine mögliche Rechenschwäche geben.

Anzeichen im Vorschulalter 

  1. Schwächen bei dem Vergleichen von Mengen und Verhältnisangaben wie „mehr, weniger, kleiner, größer“.
  2. Fehlerbehaftetes Abzählen von Gegenständen und Zuordnen von Mengen zu Zahlen.
  3. Fehler im Umgang mit Mengeneinheiten und Maßeinheiten (Geld, Gewichte, Längenmaße, Zeit).
  4. Falsches Ablesen der Uhr.

Anzeichen in der Primarschule

  1. Fehler und Lücken beim Benennen und Schreiben von Zahlen.
  2. Deutlich langsameres Rechnen
  3. Lösen von Aufgaben durch Abzählen mit Hilfe von Fingern und Gegenständen (meist Stiften)
  4. Vertauschen von Zahlen im Dezimalsystem (Beispiel 25 und 52)
  5. Fehler beim Zuordnen von Stellenwerten (Beispiel 207 und 2007)
  6. Verwechseln von Grundrechenarten in Aufgaben
  7. Keine Abstraktionsfähigkeit bei Texten und Wörtern bei Sachaufgaben in konkrete Zahlen und Operationen (Beispiel: zusätzlich = Addition, aufteilen = Division, zwanzig = 20)

* Stellt hier nur einen Auszug möglicher Symptome dar.

Die Diagnose einer Rechenstörung stellt nur ein Schulpsychologe fest.

Vor einer ärztlichen Diagnose ist eine enge Abstimmung im Lernumfeld vorzunehmen, um die Diagnose zu erleichtern bzw. zu stützen. Hierzu gehören vor allem Gespräche mit dem Fachlehrer und dem Klassenlehrer. Meist verlangen die diagnostizierenden Fachärzte ein Testat der Schule über den allgemeinen und mathematischen Entwicklungsstand des Kindes.

Förderung bei Dyskalkulie

Eine frühzeitige und genaue Diagnose ist wichtig, um das Kind gezielt zu fördern. Mathemathematische Themen bauen in der Regel aufeinander auf. Je früher und gezielter gefördert werden kann, umso eher sind Lernfortschritte und mathematischer Kompetenzzuwachs erkennbar.

Für Förderunterricht und Nachteilsausgleich in der Schule gibt es nur in wenigen Bundesländern Regelungen.

Wenige Nachhilfeinstitute bieten gezielte Nachhilfe bei Dyskalkulie an. Wer sich diese Art von Unterstützung zunutze machen will, sollte deshalb genau hinschauen, ob die Nachhilfekraft gut ausgebildet ist und ob Dyskalkulie-Förderung zur Leistung des Nachhilfeinstitutes gehört.

Kindererziehung: So fördern Sie die auditive Wahrnehmung

Die auditive Wahrnehmung gilt als wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Die Fähigkeit, etwas auditiv wahrnehmen zu können, begleitet uns ein Leben lang.

Kinder, die an einer auditiven Wahrnehmensstörung oder einer Schwäche in der Wahrnehmung leiden, fallen häufig durch unterschiedliche Probleme – insbesondere im späteren Schulalltag – auf. So können sie sich nur schwer konzentrieren, lassen sich schnell ablenken, selbst wenn sie eigentlich am Thema interessiert sind, können sich eventuell Reihenfolgen nicht merken, weisen Schwierigkeiten im Kopfrechnen auf oder bilden eine Legasthenie aus. Das Spektrum möglicher Symptome einer auditiven Wahrnehmungsstörung ist vielfältig und sehr individuell. Eltern können ihre Kinder allerdings innerhalb ihrer persönlichen Fähigkeiten fördern.

Die auditive Wahrnehmung von Kindern fördern

Vorschul- und Kleinkinder können problemlos spielerisch innerhalb ihrer auditiven Wahrnehmung gefördert werden. Etwa indem sie bestimmte Geräusche aus einer Fülle unterschiedliche Töne heraushören und lokalisieren sollen. Oder aber indem sie gemeinsam mit anderen Kindern Wortketten bilden. Eine hervorragende Möglichkeit, die auditive Wahrnehmung von Kindern zu fördern ist das „Stille Post Spiel“ oder auch „Ich packe meinen Koffer“.

Wie lassen sich Kinder mit Defiziten in der auditiven Wahrnehmung unterstützen?

Sind bereits Defizite in der auditiven Wahrnehmung eines Kindes bekannt, sollten Wege zur Unterstützung gesucht werden. Eine Erziehungsberatung kann in diesem Zusammenhang sehr sinnvoll und hilfreich sein (weitere Informationen finden Sie hierzu auf bambiona.de). Auch das Elternportal www.bambiona.de hat einige Tipps zusammengestellt. So ist es unter anderem sehr hilfreich, häufige Nebengeräusche während einer Tätigkeit des Kindes zu vermeiden. Macht das Kind Hausaufgaben, sollten im Hintergrund weder Fernseher noch Radio oder andere ablenkende Geräusche spielen. Kinder mit Problem in der auditiven Wahrnehmung sollten gleichzeitig maximal zwei bis drei Aufträge erteilt werden.

Wie man Kinder richtig motiviert

Die Wundermittel „Richtig Loben“, „Richtig kritisieren“, „Vorbildwirkung“, „Förderung und Ermutigung“ als Motivationsgaranten.

Von Natur aus ist der Mensch, besonders der junge Mensch, motiviert, Neues (Unbekanntes) zu ergründen und aus Nichtwissen Wissen zu machen. Wissensdurst ist angeboren. Daher ist es schon verwunderlich, dass Kinder im Kindergartenalter oder in frühen Grundschuljahren Wissen aufsaugen wie ein trockener Schwamm das Wasser und in weiterführenden Schulen bei vielen Jugendlichen die Motivation gegen Null geht.

Grund dafür ist nicht selten der zu hohe Leistungsdruck und das Umfeld Schule selbst. Sehr gute Noten sind das Maß aller Dinge. Sie bewerten in der Regel allein, ob ein Schüler oder eine Schülerin „gut“ oder „schlecht“ ist. Der Notendurchschnitt ist wie die Ergebnisliste eines Sportwettkampfes. Er zeichnet Gewinner, aber ebenso das Mittelfeld und die Verlierer aus.

Auch wenn einheitliche Kriterien der Bewertung sicherlich von Nöten sind, ein tatsächliches Feedback über den persönlichen Leistungsstand oder die persönliche Entwicklung eines Schulkindes geben Noten in den seltensten Fällen.

Scheitert ein Kind an diesem Lernsystem, wird aus Lernlust eher Lernfrust. Letztendlich scheitert das Kind nicht nur am Lernsystem, sondern auch an sich selbst. Die Motivation, Neues zu lernen und zu entdecken, verlagert sich von Schule und Hausaufgaben auf die Entdeckung neuer Strategien, Schule und Lernen zu vermeiden und schlechte Noten zu „erklären“. Bleibt der Druck für gute Noten weiter hoch und findet das Kind keine funktionierenden persönlichen Ruhezonen mehr, reagiert das empfindliche „System Kind“ mit Angst, Stress und weiteren negativen körperlichen Symptomen.

Die Frage, welche durch Eltern zu beantworten ist: „Kann ich den natürlichen Wissendurst wieder wecken?“ oder anders „Wie kann ich mein Kind wieder motivieren?“

Die nachfolgenden Anregungen sollen eine kleine Hilfestellung sein, wie Motivation neu erlernt und aufrechterhalten werden kann.

Vorbildwirkung der Eltern

Eltern sind – auch in der Pubertät – wichtige Bezugspersonen für ihre Kinder. Aber sie haben andere Aufgaben im Familiengefüge, als die Aufgaben von Nachhilfekräften oder eines Ersatzlehrers zu übernehmen. Jedoch können Eltern allein durch ihr tägliches Auftreten zur Lernmotivation beitragen.

Mitgefühl, Glaubwürdigkeit, Begeisterungsfähigkeit und Konsequenz sind wichtige Erziehungsprinzipien, an denen sich Eltern alltäglich messen lassen sollten.

Nur wenn Eltern selbst motiviert sind und von sich selbst etwas abverlangen, können sie ihre Kinder motivieren und etwas von ihnen verlangen. Aber Achtung: Eltern sind Erwachsene und Kinder eben Kinder beziehungsweise Jugendliche. Deshalb sollten die Ansprüche auch darauf ausgerichtet sein.

Die Devise lautet: Motivation durch Vorbild.

Reale Ziele setzen

Ein Lernziel ist ein formulierter und angestrebter Zustand auf Grundlage einer Ausgangsbasis und einer definierten Handlung, dem Zweck dienend, die Ausgangsbasis positiv zu verändern.

Diese etwas wissenschaftliche Erläuterung sagt nichts Anderes aus, als dass Ziele bewusst gewählt werden müssen und keine daher gesagten Luftschlösser sein sollten.

Ziel müssen auch nicht zwangsläufig an Noten festgemacht werden. Eine Veränderung etwa im Lernverhalten oder der Hausaufgabenzuverlässigkeit sind ebenso erstrebenswerte Ziele.

Zudem sind Ziele altersgerecht zu formulieren und nicht an Belohnungen oder Strafen zu knüpfen.

Am besten ist es natürlich, wenn Ziele durch die Kinder und Jugendlichen selbst gesteckt werden. Aber auch hier gilt, dass Eltern darauf achten sollten, dass Ziele an der Realität ausgerichtet werden.

Glaubwürdiges Interesse

Glaubwürdiges Interesse an Schule bedeutet nicht das bloße Abfragen der Noten oder die Nachfrage, ob die Hausaufgaben erledigt sind. Vielmehr gehören auch intensive Gespräche insbesondere über das Schüler-Lehrer-Verhältnis, das Klassenklima, die Schulfreunde, über schulstoffliche Aspekte und nicht zuletzt über das allgemeine Befinden des Kindes im schulischen Umfeld dazu.

Hier sind die Eltern oft mehr als Zuhörer denn als sich Einmischende gefragt. Glaubwürdiges Interesse bedeutet auch, sich Zeit nehmen für die persönlichen Probleme des Kindes und auch, die Darstellungen und Empfindungen des Kindes nicht pauschal zu bagatellisieren oder zu verstärken.

Wichtig: Neben all den großen und kleinen Problemen, sollte auch über positive Erlebnisse gesprochen werden. Die Unterhaltung über positive Dinge des Schulalltages ist auch ein guter Türöffner, um über weniger positive Dinge zu sprechen.

Schule ist Schule und daheim ist daheim

Das Zuhause sollte das bleiben, was es ist. Zuhause bedeutet neben allen Pflichten vornehmlich ein Ort des Rückzuges, der Erholung und der Entspannung, ein Umfeld von Spaß, Hobby und gemeinsamen familiären Aktivitäten.

Rücken schulische Probleme in den Vordergrund, nimmt Schule zu Hause zu viel Zeit in Anspruch, verliert das Zuhause immer mehr an Bedeutung als Gegenpol zu Schule.

Hier sollte eine ausgewogene Balance gefunden und auf Anzeichen, wann es dem Kind zu viel wird, geachtet werden.

Richtig loben und richtig kritisieren

Eltern müssen zuerst ein für ihre Kinder spürbares positives Klima schaffen, in dem Fehler nicht nur erlaubt, sondern fast schon erwünscht sind. Wenn aus Fehlern dann gelernt wird, ist das Ziel schon erreicht.
Als gutes Beispiel dient, wie und wie lange man für eine Klassenarbeit lernen sollte. Kommt nicht das erwünschte (vom Kind erwünschte) Ergebnis heraus, kann über den „falschen Weg“ geredet und ein besserer gegangen werden.

Kinder nur an schulischen Noten zu messen, ist kontraproduktiv. Denn sie werden in gleicher Art bewertet, wie in der Schule. Besser ist es, an etwas zu messen, was das Kind selbst in der Hand hat und das es unabhängig von einem schulischen Bewertungssystem durch sein Handeln beeinflussen kann. Engagement und zeitlicher Einsatz, Zuverlässigkeit bei Hausaufgaben sind einige gute Beispiele, für die es zu loben lohnt.

Kinder merken so schnell, dass sie den Erfolg und folglich auch die Anerkennung ihrer Leistung selbst in der Hand haben.

Lob und Kritik sind nur Mittel der Motivation, wenn sie richtig eingesetzt werden. Deshalb:

  • Besser für Gutes loben als für Schlechtes kritisieren.
  • Lob darf nicht pauschal sein. Ein „Das hast du gut gemacht!“ hat weit weniger Gewicht als ein „Du hast drei Aufgaben mehr richtig gehabt, als in der letzten Hausaufgabe. Das ist gut! Das Üben hat sich ausgezahlt.“
  • Ebenso darf Kritik nicht pauschal sein und muss einen „Ausweg“ für die Zukunft aufzeigen. Ein „Schon wieder so viele falsche Antworten!“ hat weit weniger Gewicht, als ein „Schade, dass du einige Fragen nicht beantworten konntest! Überlege dir, ob du für die nächste Arbeit nicht die Übungsaufgaben aus dem Lehrbuch übst. Das wird sich sicherlich auszahlen.“
  • Kritik darf nie rückwärts gerichtet und mit Vorwürfen behaftet sein. Aussagen wie „Ich habe dir doch gesagt, dass es in die Hose geht!“ oder „Warum hast du es nicht so gemacht, wie ich es dir vorher gesagt habe!“ setzen nicht nur das Kind als eigenständige Persönlichkeit herab sondern fördern auch Unselbständigkeit und Demotivation.
  • Kritik darf nie vergleichen. Ein Vergleich mit gutem Verhalten oder guten Noten der Geschwister, Freunde oder gar der Eltern wirkt beim Kind zurücksetzend im sozialen Gefüge der Familie und des Freundeskreises.

Noten richtig deuten – Leistung und Noten sind nicht immer dasselbe

Eine schlechte Note in einer Klassenarbeit bedeutet nicht gleich eine schlechte Leistung. Deshalb sollte bei der Auswertung einer Note immer zwischen der eigentlichen Note und der erbrachten Leistung differenziert werden.

Noten allein sind nicht aussagekräftig, sie sind eine Momentaufnahme und spiegeln weder den aktuellen Leistungsstand noch die Leistungsentwicklung eines Schülers im Ganzen wieder.

Deshalb sollten in die Bewertung der Noten durch die Eltern folgende Kriterien ebenso einfließen:

  • Entspricht die Note dem Können des Kindes (Hausaufgaben, Übungen, etc.)?
  • Hat sich das Kind gut vorbereitet auf die Klassenarbeit?
  • Welche Art von Fehlern führte zu Punktabzügen (Flüchtigkeitsfehler, Aufgabenverständnis, handwerkliche Fehler, Zeitprobleme, etc.)?

Wenn das Kind alles getan hat, um sein Notenziel zu erreichen, sollte es auch dafür gelobt und die Schulnote relativiert werden.

Gute Leistung, schlechte Note – Shit happens!

Ermutigen und Fördern – Rückschläge gehören zum Erfolg

Ermutigung ist ein wichtiger Aspekt, Rückschläge (in Form von Noten) gut zu verkraften. Hat das Kind alles getan, hat es sich gut vorbereitet, gelernt, Ratschläge und Hinweise geprüft oder gar berücksichtigt, ist dem Kind nichts vorzuwerfen.

Hier kommt es darauf an, das Kind zu ermutigen, den richtigen Weg weiter zu beschreiten.

Kinder wollen nach Rückschlägen oft Veränderung. Es anders und besser machen, um das persönliche Leistungsziel zu erreichen. Ein Fördern solcher Eigeninitiative bringt dem Kind Sicherheit, mit seinen Entscheidungen ernst genommen zu werden.

Bleiben schulische Erfolge aus, schaffen außerschulische Erfolgserlebnisse eine Art Balance und lassen den schulischen Misserfolg weniger schlimm erscheinen. Deshalb sollten auch außerschulische Leistungen (häusliche Aufgaben, Hobbys, etc.) gleichrangig Anerkennung finden.

Das Entgegenbringen von Wertschätzung und Anerkennung trotz einer schlechten Note stärkt zusätzlich das Selbstbewusstsein des Kindes und reduziert es nicht nur auf eine Zahl unter der Arbeit.

Fazit

Motivation ist ein wichtiges Werkzeug, Kinder durch den Schulalltag mit all seinen positiven und negativen Seiten zu führen und nicht nur Aufgabe der Lehrkräfte, sondern im Besonderen des gesamten familiären Umfeldes.

Bewegung macht schlau

„Mens sana in corpore sano“ ist eine lateinische Redewendung, die viele kennen als: „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.“ Im Urtext meinte Juwenal in seinen Satiren wohl eigentlich: „Beten sollte man darum, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei.“.

Nichtsdestotrotz. Die moderne Abwandlung von Juwenals Ausspruch hat ihre Daseinsberechtigung. In einem bei www.welt.de im Jahr 2009 erschienenen Beitrag zum Thema zieht der Autor Rolf H. Latusseck das Fazit: „In einem gesunden Körper wohnt doch ein gesunder Geist“ und bezieht sich dabei auf eine Studie, die einen klaren Zusammenhang zwischen gesteigerter körperlicher Fitness und gesteigertem geistigem Potenzial herstellt.

Gesteigerte körperlicher Fitness meint hier vor allem die Steigerung der Lungen- und Herzkapazität (im Allgemeinen auch als Ausdauerfähigkeit bekannt), um die Sauerstoffaufnahmekapazität und in Folge die Sauerstoffversorgung zu steigern.

Kurz gesagt: Bewegung macht schlau

Die Kommissionen „Gesundheit“ und „Sport und Raum“ der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS) stellten am 22./23. September 2016 die „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ vor.

„Grundschulkinder (6 bis 11 Jahre) und Jugendliche (12 bis 18 Jahre) sollen eine tägliche Bewegungszeit von 90 Minuten und mehr in moderater bis hoher Intensität erreichen. 60 Minuten davon können durch Alltagsaktivitäten, wie z. B. mindestens 12000 Schritte/Tag, absolviert werden.“ [Quelle: in-form.de]

Diese Eckpunkte gelten als unterste Grenze und sind als Empfehlung für einen Mindeststandard anzusehen. Bewegung soll allen Kindern und Jugendlichen altersgerecht ermöglicht werden und auch die spezifischen Bedürfnisse und Vorlieben berücksichtigen.

Zur Bewegung zählen dabei nicht nur Aktivitäten des Schulsportes oder im Verein, sondern ebenso alle Bewegungsformen, welche mindestens zehn Minuten am Stück andauern.

Auf der offiziellen Webseite des österreichischen Gesundheitsministeriums wird das Ganze nochmals spezifiziert. Um die Gesundheit nachhaltig zu fördern sollten Kinder und Jugendliche:

  1. jeden Tag insgesamt mindestens 60 Minuten mit zumindest mittlerer Intensität körperlich aktiv sein;
  2. an mindestens drei Tagen der Woche muskelkräftigende und knochenstärkende Bewegungsformen durchführen;
  3. zusätzlich Aktivitäten ausführen, die die Koordination verbessern und die Beweglichkeit erhalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass bewusstes Bewegen und gezielte sportliche Betätigung Stress abbauen helfen. Viele kennen die Redewendung: „Ich gehe mal vor die Tür, um den Kopf frei zu bekommen.“. Meistens reicht ein kleiner Spaziergang oder eine Runde Fahrrad fahren durch das Wohngebiet aus, um herunterzukommen und sich wieder besser konzentrieren zu können.

Kurz gesagt: Bewegung macht ausgeglichener und fördert die Konzentrationsfähigkeit

Nicht zuletzt ist Bewegung eigentlich ein natürlicher Drang des Menschen und dient auch der körperlichen Entwicklung. Gerade im Kindesalter ist Bewegung darauf ausgelegt, bestimmte motorische Fähigkeiten zu entwickeln. Herumzutollen, Spielen und umher zu flitzen ist kindgerechtes und vor allem normales Verhalten, das die körperliche aber vor allem auch die motorische Entwicklung positiv beeinflusst.
Besonders in den jungen Jahren bis zur Beginn der Pubertät ist es für die motorische Ausbildung förderlich, wenn Kinder spielerisch ihre Motorik trainieren. Neben guten Angeboten örtlicher Sportvereine sind Freizeitaktivitäten wie Wippen, Klettern, Schaukeln oder Balanceübungen auf dem Spielplatz ebenso förderlich wie das Balgen mit Geschwistern und Freunden, Herumrennen oder Ballspiele.

Kurz gesagt: Bewegung fördert die allgemeine körperliche Entwicklung

  1. Sport im Verein

Wer Sport in einem Verein treibt, macht dies meist regelmässig und auch unter fachlicher Anleitung. Der sportlichen und gesundheitlichen Entwicklung wird dadurch der Weg geebnet.

Neben dem gesundheitlichen Aspekt ist ein wichtiger Vorteil, dass Vereinssportler auf sozialer und emotionaler Ebene meist besser abschneiden als andere. Sie können sich schneller in eine andere Person einfühlen, sind mitfühlender, kommunikativer und suchen eher die gewaltfreie Konfliktlösung.

Auch weitere Kompetenzen wie zum Beispiel Entscheidungsfreude, Konsequenzdenken, Empathie und Teamfähigkeit werden durch Vereinssport deutlich gestärkt. Kinder und Jugendliche, welche regelmäßig in einem Verein Sport treiben, kommen im Alltag und besonders im Schulleben häufig besser zurecht.

  1. Den Tag aktiv gestalten

Auch wenn ein straffer Zeitplan den Tagesablauf bestimmt, es gibt immer Möglichkeiten, den Tag durch kleine Veränderungen aktiver zu gestalten. Ziel ist es, außerhalb von Sport und aktivem Spiel pro Tag ein bisschen mehr Bewegung zu haben.

Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Schule erreichen kann, sollte auf Schulbus oder die Eltern als Chauffeur verzichten. Auch das Nutzen des Schulbusses ist in der Regel mit mehr Bewegung verbunden, als direkt vor dem Haus ins Auto der Eltern ein- und vor dem Schultor wieder auszusteigen.

Die Schulpausen sollten nicht im Klassenzimmer verbracht werden. Wann immer möglich den Schulhof nutzen, um sich etwas zu bewegen.

Freizeitaktivitäten können in einen aktiven Tagesablauf eingebunden werden. Sich draußen mit Freunden treffen, Schwimmbad im Sommer, mit der Familie shoppen gehen, Tierpark, Aktivspielplätze und vieles mehr. 

  1. Sitzen vermeiden 

Eine Stunde Bewegung wiegt acht Stunden Sitzen auf!

Stundenlanges Sitzen schadet – ist aber für viele Schüler unvermeidbar. Neueste wissenschaftliche Erkenntnis zeigen jedoch, dass mit einer Stunde bewusster aktiver Bewegung die negativen Effekte ausgeglichen werden können.

Wer auch Sitzen aktiver gestalten will, kann zu Hause auf spezielle Sitzmöbel wie Ballhocker, Gymnastikball oder Pendelhocker zurückgreifen.

Am besten ist es natürlich, wo immer möglich langes Sitzen zu vermeiden.

  1. Bewegungskiller PC, Internet, Smartphone und Co.

Computer und Smartphones sind „Bewegungs-Killer“. Leicht vergessen Kinder und Jugendliche die Zeit, wenn sie am Computer oder Smartphone spielen, chatten oder Videos anschauen.

Experten empfehlen, dass Kinder im Vorschulalter höchstens eine halbe Stunde pro Tag am Computer sitzen sollen, Kinder bis 9 Jahre nicht länger als eine Stunde, und Ältere maximal 90 Minuten. Diese Zeit bezieht sich auf „Freizeit am PC“.

Gerade ältere Schüler und Schülerinnen benötigen zusätzlich Zeit für Internetrecherchen, Hausaufgaben oder Hausarbeiten, welche mit Hilfe des Computers gemacht werden müssen. Diese Zeiten für „Arbeiten am PC“ sind der Empfehlung hinzuzurechnen.

Ebenso verhält es sich mit Fernseher und DVD-Player. Häufig nutzen Kinder und Jugendliche mit regulierter Computerzeit diese Möglichkeit, um sich ihre freie Zeit zu „vertreiben“.

Eltern sollten daher eine Gesamtzeitgrenze für Fernsehen, DVD, PC, Smartphone etc. festlegen.

Als allgemeine Faustregel für die Medienzeit als Freizeitaktivität gilt als empfohlener Konsum:

  • 0-2 Jahre gar keine Medien
  • 3-5 Jahre maximal 30 Minuten
  • 6-9 Jahre maximal 60 Minuten
  • 10-13 Jahre maximal 90 Minuten

[Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Stand Mai 2016]:

  1. Freizeitaktivitäten mit der Familie

Obwohl die Tages- und Wochenpläne der einzelnen Familienmitglieder sehr unterschiedlich sind, sollte Zeit für gemeinsame Freizeitaktivitäten fester Bestandteil des Wochenrhythmus sein. Es ist schwierig, immer alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Hier ist Fingerspitzengefühl der Eltern gefragt. Bei Freizeitaktivitäten gibt es natürlich auch eine inoffizielle TOP 10 Liste bei Kindern und Jugendlichen. Zu den beliebteren Dingen, welche mit Bewegung einhergehen, gehören hier unter anderem:

  • Schwimmbadbesuche
  • Radtouren
  • Tierparkbesuche
  • Adventures (Hochseilgarten, Erlebnispfad, …)
  • Shoppen
  • Wassertouren (Tretboot, Kanu, …)

Kinder sollen und müssen sich viel bewegen

Kinder sollen und müssen sich viel bewegen – um ihre körperlichen Möglichkeiten und auch geistigen Fähigkeiten entsprechend ihrem Potenzial entwickeln zu können.

Den Alltag etwas aktiver zu gestalten ist meist einfacher, als man denkt. Natürlich gehört etwas Disziplin dazu und man muss auch erst einmal den Anfang machen.

Eltern können und sollten dabei eine Vorbildrolle einnehmen und ihre Kinder zu körperlicher Bewegung immer wieder motivieren.

Vereinfachen von Termen mit einer oder mehreren Variablen

Oft sind Terme so unübersichtlich dargestellt, dass es zu umständlich und zu schwierig ist, mit ihnen zu arbeiten. Die Faustregel heißt hier, erst lesbar machen und dann (wenn es eine Gleichung ist) lösen. Beim Vereinfachen von Termen mit einer oder mehreren Variablen geht es also um das Ordnen innerhalb eines Terms durch Zusammenrechnen bzw. Ausrechnen und Sortieren einzelner Elemente eines Terms.

Für das Vereinfachen oder Zusammenfassen von Termen ist es entscheidend, notwendige Begriffserläuterungen, Rechengesetze und Merkregeln zu kennen.

Das kontinuierliche Anwenden der Faustregel: „Erst lesbar machen und dann lösen“, also das Vereinfachen unübersichtlicher Terme, ist eine wesentliche Grundlage in der Mathematik, um komplexe Gleichungen schnell und richtig lösen zu können.

Um die verschiedenen Methoden und Schritte besser verstehen zu können, werden anfangs verschiedene mathematische Begriffe und Rechengesetze erläutert.

Mathematische Begriffe und Rechengesetze

  1. Was ist eine Gleichung?

Zwei Terme, die durch ein Gleichheitszeichen miteinander mathematisch verknüpft sind (also wertgleich sind), heißen Gleichung. Die Terme werden dabei als rechte bzw. linke Seite einer Gleichung bezeichnet.

  1. Was ist ein Term?

Terme sind Rechenausdrücke, welche unter anderem aus Zahlen, Variablen, Rechenzeichen und weiteren mathematischen Operatoren bestehen. Eine Gleichung ist kein Term, sondern eine Aussage darüber, dass zwei Terme wertgleich sind. Ein Term enthält also kein Gleichheitszeichen!

Ein Termglied (ein Teil eines Term) besteht immer aus:

  • Vorzeichen   + oder –   (Vorzeichen „+“ wird in der Regel nicht mitgeschrieben)
  • Vorfaktor   Zahl   (Vorfaktor „1“ wird in der in der Regel nicht mitgeschrieben)
  • Variable   x   (ist keine Variable zu sehen, hat sie die Potenz 0)
  • Potenzen   ⁿ   (Potenz 1 wird in der Regel nicht mitgeschrieben)

und kann um weitere mathematische Operatoren ergänzt werden. Zur besseren Übersichtlichkeit, besonders bei negativem Vorzeichen, können Termglieder in Klammern gesetzt werden. Diese Klammern sind dann keine mathematischen Operatoren.

+ 4 • x² = 4 x²
-1x= -1•1 = -1
– 3 • x² = (-3 x²)

  1. Was ist eine Zahl (Vorfaktoren oder konstantes Glied)

In Termen kommen Zahlen als Vorfaktoren oder konstante Glieder vor. Vorfaktoren sind Zahlen, die durch ein Malzeichen mit einer Variablen verbunden sind. Konstante Glieder sind Zahlen, die innerhalb eines Terms „alleine“ stehen, also nicht mit einer Variablen „verbunden“ sind bzw. die als Vorfaktor einer Variablen mit der Potenz „0“ stehen. (Bsp. – 3 • x0 =  – 3 • 1 = 3 à Regel: Alles hoch 0 ist 1.)

  1. Was ist eine Variable?

Grundsätzlich ist die Variable ein Platzhalter für veränderliche Zahlenwerte. Das bedeutet, dass die Variable für jede beliebige Zahl stehen kann, die wir für die Variable einsetzen können. Dafür werden normalerweise Buchstaben wie a, b, c, x, y benutzt. Prinzipiell können aber auch ganze Wörter als Variable verwendet werden.

  1. Was sind Rechenzeichen und Operatoren (vereinfacht)?

Ein Operator ist eine mathematische Vorschrift, durch die man aus mathematischen Objekten (in diesem Fall Termglieder) neue Objekte bilden kann.

Sie geben daher an, wie zum Beispiel Termglieder mathematisch verknüpft (3a + 3a = 6a) oder Aussagen (Werte) von Termgliedern in sich verändert (√9 + √a² = 3 + a) werden sollen.

Anwendung finden Operatoren bei allen mathematischen Rechenoperationen. Sie unterlegen festen mathematischen Bildungsvorschriften (z.B. Wurzel, Potenzen) und weiteren Rechengesetzen (z.B. Vorrangregeln).

Operatoren werden beispielsweise als Rechenzeichen + (Plus), – (Minus), • (Mal), ÷ (Geteilt durch), () [] (Klammer) oder durch andere mathematische Symbole √ (Wurzel), ⁿ(Potenz) dargestellt werden.

  1. Was sind mathematische Vorrangregeln?

Vorrangregeln geben an, in welcher Reihenfolge verschiedene Operatoren innerhalb einer Aufgabe gerechnet werden sollen.

  • Punktrechnung vor Strichrechnung:

Als erstes multiplizieren oder dividieren und danach addieren oder subtrahieren!

2 + 4 • 2 = 2 + 8 = 10
10 ÷ 2 – 1 = 5 – 1 = 4

  • Klammer- vor Punktrechnung:

Als erstes die Klammer (also das, was in der Klammer steht) ausrechnen, danach multiplizieren beziehungsweise dividieren und zum Schluss addieren beziehungsweise subtrahieren. Innerhalb der Klammer gilt Punktrechnung vor Strichrechnung.

(2 + 4) • 2 = 6 • 2 = 12
10 ÷ (4 – 2) = 10 ÷ 2 = 5

  • Potenzrechnung/ Wurzelrechnung vor Punktrechnung:

Potenzen und Wurzeln werden immer zuerst ausgerechnet.

4• 2 = 16 • 2 = 32
√64 ÷ 4 = 8 ÷ 4 = 2

  • Für die Vorrangregeln gibt es auch Eselsbrücken. Hier ein Beispiel:

KlaPoPuS (Klammer vor Potenz vor Punkt vor Strich)

Die Klammer sagt „Zuerst komm ich!“
Rechne sonst: „Potenz, vor Punkt, vor Strich“
Und was noch nicht zu Rechnen dran,
das schreibe unverändert an.

  1. Vereinfachen (Zusammenfassen) von Termen

  • Regeln für das Addieren und Subtrahieren

Beim Addieren und Subtrahieren werden Vorfaktoren mit gleichen Variablen (und gleicher Potenzzahl/ Hochzahl) zusammengefasst, in dem man die Vorfaktoren addiert/subtrahiert und die Variable beibehält.

2x + 3x = 5x
7x2 – 4x2 = 3x2
7x+ 2x – 4x2 + 3x = 3x+ 5x

Hinweis 1:

Variablen ohne „sichtbaren Vorfaktor“ haben den Vorfaktor „1“. Variablen mit nur einem „-“ davor, haben den Vorfaktor „-1“.

2x + x = 3x
-x + 3x = 2x

Hinweis 2:

Ist das Ergebnis des Zusammenrechnens der Vorfaktoren gleich „0“, so „fällt das Termglied aus dem Term heraus“.

2x – 2x + 2y + 2y
0x +4y
4y

Hinweis 3:

Nie zusammenfasst werden dürfen:

  1. Variablen mit unterschiedlichen Potenzzahlen/ Hochzahlen
  2. Unterschiedliche Variablen

x³ + x² + x bleibt x³ + x² + x
8x + 2y bleibt 8x + 2y

Als keine Hilfe oder Eselsbrücke kann man sich folgende Geschichte vorstellen (x = Schweine und y = Hunde):

Auf einer grünen Wiese befinden sich 8 Schweine und 2 Hunde, wenn ich sie zusammenzähle bekomme ich 10 Schweinehunde. Nein! Es sind nach wie vor 8 Schweine und 2 Hunde.

  • Regeln für das Multiplizieren und Dividieren

Beim Multiplizieren und Dividieren werden Vorfaktoren miteinander multipliert/dividiert und die Potenzzahlen/Hochzahlen mit einander addiert/subtrahiert 

4x• 2x = 4 • 2 • x(2+1) = 8x3
4x÷ 2x = 4 ÷ 2 • x(2-1) = 2x= 2x
4x• 2x • 2y = 4 • 2 • 2 • x(2+1) • y  = 16x3y
4x2y÷ 2xy2 = 4 ÷ 2 • x(2-1) • y(4-2 )  = 2x1y= 2xy2

Hinweis 1:

Variablen ohne „sichtbare Hoch- /Potenzzahl“ haben die Potenz „1“.

x = x1

Hinweis 2:

Aus den Vorzeichen zweier Vorfaktoren bildet sich das neue Rechenzeichen „Plus“ oder „Minus“.

4 + 4x• (-2x) = 4 + 4 • (-2) • x(2+1)  = 4 + (-8) x= 4  – 8x3

  • Plus • Plus = Plus
  • Minus • Minus = Plus
  • Plus • Minus = Plus
  • Minus • Plus = Plus

Bei längeren Multiplikations-/ Divisionsaufgaben kann man anhand der Anzahl der negativen Vorzeichen erkennen, ob das Ergebnis ein positives oder negatives Vorzeichen hat. Bei gerader Anzahl negativer Vorzeichen ist das Vorzeichen des Ergebnisses Plus“, bei ungerader Anzahl negativer Vorzeichen ist das Vorzeichen des Ergebnisses „Minus“.

  • Plus • Plus • Minus • Minus = Plus (2 x Minus)
  • Plus • Minus • Minus • Minus = Minus (3 x Minus)
  • Regeln für das Ausklammern/die Klammermultiplikation

Beim Ausklammern wird das Termglied vor der Klammer mit jedem Termglied innerhalb der Klammer multipliziert.

Bei der Multiplikation von Klammern ist jedes Termglied der einen Klammer mit jedem Termglied der anderen Klammer zu multiplizieren.

2x – 4x(3x + 4y)
2x – 4x • 3x – 4x • 4y
2x – 12x2 – 16xy

(2x – 4x) (3x + 4y)
2x • 3x + 2x • 4y – 4x • 3x – 4x • 4y
6x2 + 8xy – 12x2 – 16xy
6x2– 12x2 + 8xy – 16xy
-6x– 8xy

Hinweis 1:

Das Vorzeichen jedes Termgliedes ist bei der Multiplikation zu berücksichtigen.

-4x(3x + 4y)
Rechenweg: (-4x) • (+3x) + (-4x) • (+4y)
-12x2 – 16xy

-4x(-3x + 4y)
Rechenweg: (-4x) • (-3)x + (-4x) • (+4y)
12x2 – 16xy

Hinweis 1:

Das durch Multiplikation oder Division entstehende „neue“ Vorzeichen bildet den neuen mathematischen Operator „+“ oder „–“.

4x + 4y(-y)
4x + (-4y2)
4x – 4y2

Hinweis 2:

Steht vor der Klammer nur ein „Plus“ oder kein Vorzeichen, heißt das Termglied vor der Klammer „+1“ und die Klammer weggelassen werden.

+(-3x + 4y) = -3x + 4y

Steht vor der Klammer nur ein „Minus“, heißt das Termglied vor Klammer „-1“ und in der Klammer „drehen“ sich alle Vorzeichen.

-(-3x + 4y) = +3x – 4y = 3x – 4y

  • Regeln für das Einklammern

Beim Einklammern wird der Term auf gleiche Variablen und gleiche Teiler der Vorfaktoren und konstante Glieder untersucht und anschließend durch den größten Teiler“ (ggT) dividiert. Der ggT wird dann als Termglied vor die Klammer gestellt.

3x – 27xy + 21xz             I ggT = 3x
3x(1 – 9x + 7z)
3x(-9x + 7z + 1)

3x – 27xy + 21xz + 12     I ggT = 3x (außer bei 12)
3x(1 – 9x + 7z) + 12
3x(-9x + 7z + 1) + 12

Hinweis 1:

Beim Auflösen von Gleichungen nach einer Variable ist es oft nicht vorteilhaft, einen ggT wieder auszuklammern. Hier sollte genau auf die Aufgabenstellung geachtet werden.

Hinweis 2:

Ob man richtig eingeklammert hat, lässt sich schnell durch eine Gegenrechnung prüfen. Einfach ausklammern und der ursprüngliche Term muss wieder vorhanden sein.

  • Regeln für das gemischte Rechnen

Beim gemischten Rechnen sind neben den Regeln für das Multiplizieren und Dividieren und den Regeln für Addieren und Subtrahieren vor allem die Vorrangregeln zu beachten. Da bereits alle Regeln hierzu im Vorfeld besprochen wurden, werden die Regeln für das gemischte Rechnen in Form einer komplexeren Aufgabe dargestellt.

-2x2 + 4 + 4xy(4x – 2) – 3x(-4x + 2y + 4y + 2x)

  1. Schritt: Prüfen und Zusammenfassen von Termgliedern innerhalb der Klammer

Teilschritt: (-4x + 2y + 4y  +2x) = (-2x + 6y)

„Neuer“ Term: -2x2 + 4 + 4xy(4x – 2) – 3x(-2x + 6y)

  1. Schritt: Ausklammern

Teilschritt 1: + 4xy(4x – 2) = + 16x2y – 8xy

Teilschritt 2: -3x(-2x + 6y) = + 6x– 18xy

„Neuer“ Term: -2x2 + 4 + 16x2y – 8xy + 6x2  – 18xy

  1. Schritt: Sortieren und Zusammenfassen

-2x2 + 6x2 – 6y+ 16x2y – 8xy – 18xy + 4
4x2 – 6y+ 16x2y – 26xy + 4

  1. Einklammern

2(2x2 – 3y+ 8x2y – 13xy + 2)

FAZIT:

Auch wenn es am Anfang kompliziert erscheint, das Vereinfachen von Termen mit einer oder mehreren Variablen kann bei Befolgen der Reihenfolge und Regeln sowie regelmäßigem Übungen nicht nur erlernt, sondern auch beherrscht werden.

Gerade in den höheren Klassenstufen weiterführender Schulen ist das Wissen und Können um diese mathematische Grundlagen eine wesentliche Voraussetzung, um in anderen mathemischen Gebieten bestehen zu können.

Gesundheit gegen Schulstress

Gesundheit gegen Schulstress – Wie Sie Ihrem Kind schon zu Hause helfen können

Seit Jahren nimmt der Schulstress zu. Immer wieder wird dieses Thema in den Medien hervorgeholt und analysiert. Die Folgen für die Kinder werden beobachtet und aufgeführt: Sie leiden unter Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Rückenschmerzen. Damit verbunden treten typische Erkrankungsbilder von Erwachsenen auch schon bei Kindern auf: Somatische Beschwerden, zu denen neben den oben genannten auch die Schlafstörungen gehören, Gefäßerkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem, um nur einige zu nennen.

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse DAK hat in ihrer aktuellen Studie “Präventionsradar – Kinder- und Jugendgesundheit in Schulen” fast 7000 Schulkinder von der 5. bis 10. Klasse zu ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit befragt. Sie kommt zu einem klaren Fazit:

Fast jeder zweite Schüler leidet unter Stress!

Ein Untersuchungsgegenstand ist auch der Zusammenhang von Ernährung und Bewegung. Beide Faktoren haben eine große Wirkung auf das Aufkommen von Stress und der Widerstandskraft der Schüler und Schülerinnen dagegen.

Eine gesunde Ernährung fängt mit einem angemessenen Frühstück an. Und hier zeigt sich leider, dass die initiale Nahrungsaufnahme nach dem Aufstehen eine immer noch fast schon sträflich unterschätzte, weil vernachlässigte Mahlzeit ist. Die DAK-Studie zeigt auf, dass Kinder in der Oberschule weit weniger frühstücken als noch in der Grundschule. Es scheint, dass mit zunehmendem Alter von den Eltern weniger darauf geachtet wird, dass ihre Kinder gestärkt und energetisch “aufgetankt” in den Tag gehen. Insgesamt über ein Viertel aller Schüler frühstücken überhaupt nicht mehr, bevor sie in die Schule gehen.

Der Stress beginnt nach dem Aufstehen

Den Tag mit leerem Magen zu beginnen, ist keine gute Voraussetzung, um einen langen Tag in der Schule konzentriert durchstehen zu können. Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, Leistung zu zeigen, sinken erheblich. Eine Gefahr zeichnet sich dabei ab: Die “geistige Sparflamme” mit der der Schultag abgesessen wird. Die verschiedenen Fächer und deren Themen werden wahrgenommen, vielleicht auch noch aufgenommen, aber nicht mehr verstanden. Dies führt zu Verständnisproblemen, die letztendlich bei den Hausaufgaben schon auf den Schüler warten. Zusätzlich erschwert es auch den weiteren thematischen Fortschritt in der Schule…

Doch der leere Magen fordert irgendwann seinen Tribut. Im Laufe des Tages stellt sich natürlicherweise Hunger ein. Um diesen dann schnell und endgültig wieder zu stillen, gehen die Kinder den Weg des geringsten Widerstandes: Sie besorgen sich Fast Food. Mit dabei sind auch die sogenannten Energydrinks, in denen zum Beispiel Koffein oder Taurin enthalten ist. So kommt neben der dauerhaften schlechten Ernährung auch noch die frühzeitige Gewöhnung an psychotrope Substanzen hinzu. Oft wird schon vor Beginn des Unterrichts mit dem Konsum dieser vermeintlichen Energiespender begonnen – sozusagen als präventive Massnahme.

Gut denkbar, dass dieses Verhalten im späteren Lebenslauf den Griff zu härteren psychoaktiven Substanzen begünstigt.

Lieber noch einen Energydrink!

Nur noch die Hälfte der Schüler berichten davon, Gemüse und Obst zu konsumieren. Die Folgen einer Mangelernährung sind bekannt: Ein Übermaß an Zucker, der versteckt vor allem in Softdrinks zu finden ist, mündet langsam aber sicher in Übergewicht. Gelenkprobleme stellen sich ein, das Risiko früh an Herz-Kreislaufkrankheiten zu leiden, nimmt zu. Fehlende Vitamine schwächen das Immunsystem, Stoffwechselstörungen bahnen sich ihren Weg.

Die DAK-Studie stellt hier einen klaren Zusammenhang zwischen Übergewicht und fehlendem Frühstück her:

“Der Anteil an Befragten mit Übergewicht stand in deutlichem Zusammenhang zu den Frühstücksgewohnheiten. In der Gruppe der Schüler/innen, die nie zu Hause frühstücken, lag der Anteil an Übergewichtigen bei 16 Prozent, verglichen mit 10 Prozent unter denen, die angaben, jeden Tag vor der Schule zu frühstücken. Ein ähnlich deutlicher Zusammenhang ließ sich zur Häufigkeit gemeinsamer Familienmahlzeiten finden. Wer häufiger an gemeinsamen Mahlzeiten zu Hause teilnahm, berichtete auch selteneren Fastfood-Konsum und häufigeren Konsum von Obst und Gemüse.”

Das ist im Grossen und Ganzen eigentlich keine wirklich neue Erkenntnis: Wer sich schon zu Hause gut ernährt bzw. ernährt wird, braucht es nicht später auf der Straße nachzuholen, und dann meist schlechter. Das Erstaunliche für mich dabei ist eher, dass Eltern von diesem Umstand wissen. Aber warum lassen sie es dann geschehen? Eine plausible Erklärung scheint mir zu sein, dass Eltern selbst unter Stress stehen und sich die Zeit zum gemeinsamen Essen im Laufe der Jahre haben stehlen lassen.

Nehmen Sie sich Zeit

So können Sie schnell wirksam werden: Sorgen Sie für einen ruhigen und ausgeglichenen Start in den Schultag.

Nehmen Sie sich die notwendige Zeit, um gemeinsam zu frühstücken. Dies ist leicht einzufordern, aber unter Umständen schwer umzusetzen. Sie können jedoch mit ein paar Vorbereitungen sich schon ein wenig zusätzliche Zeit schaffen

Bereiten Sie den Morgen schon am Abend vorher vor:

  • Sorgen Sie dafür, dass die Schultasche für den kommenden Tag schon am Abend vorher gepackt ist.
  • Stellen Sie dann auch gleich die Schulverpflegung zusammen: Obst und Saft sollten auch dabei sein.
  • Decken Sie den Frühstückstisch vor dem Schlafengehen, am besten zusammen mit ihrem Kind
  • Vermeiden Sie Konfliktgespräche am Frühstückstisch

Wenn ihr Kind stressfrei und mit angenehm gefülltem Bauch das Haus verlässt, haben Sie schon viel erreicht. Der Stress wird kommen, aber ihr Kind viel später treffen. Wenn ihr Sohn oder ihre Tochter nach Hause kommt, sorgen Sie dafür, dass der Stress wieder geht. Gefährlich wird es nur, wenn er bleibt.

Mehr Bewegung!

Die Schüler bewegen sich nicht mehr genug. Mit dem Sitzen in der Schule fängt es an. Zuhause werden die Schularbeiten im Sitzen durchgeführt, bevor am eigenen PC der schulische Alltag hinter sich gelassen werden kann. In Aktion gebracht wird der Körper meist nur noch von denen, die sich sportlich in Vereinen betätigen. Die digitale Revolution hat bereits ihr Eigenes dazu getan: Sie hat uns die Notwendigkeit zur Mobilität genommen. So ermöglicht das Smartphone oder Tablet, das als Träger meiner digitalen Identität für mich im Internet unterwegs ist, volle Bewegungsfreiheit, ohne dass ich mehr machen muss, als zwei Finger zu bewegen.

Nur noch 17% der befragten Schüler und Schülerinnen betätigen sich körperlich, sind sportlich aktiv und stärken so ihre physische Gesundheit.  Das bedeutet aber, dass 83% sich nicht mehr ausreichend bewegen. Auf sie sollte besonders geachtet werden. Die Studie empfiehlt abschließend, das Fach Gesundheit einzuführen: “Die Schüler können komplexe Matheaufgaben lösen und fließend Englisch sprechen, wissen aber nicht, wie schädlich Zucker und langes Sitzen sind.“

Dies sehen wir als Institut „die hauslehrer“ auch so. Dennoch sollte die Gesundheit zu Hause anfangen und nicht erst in der Schule! 

Viel auswendig lernen ohne riesigen Aufwand

Wie man mit Lernkarten und Karteikartensystem viel Lernstoff in überschaubarer Zeit anwendungssicher lernen kann.

Gerade bei Unterrichtsfächern mit viel Lernstoff kommt immer wieder die Frage auf, wie man mehrere Seiten des Lehrbuchs, sonstiger Fachliteratur oder eigener Notizen in den Schulheften in kurzer Zeit „in den Kopf“ bekommt, um diesen Lernstoff dann bei der Prüfung fragebezogen und vollständig wiedergeben beziehungsweise anwenden zu können.

Die Frage: „Wie lernt man am schnellsten?“ ist dabei zu kurz gegriffen. Denn schnell lernen bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Lernstoff sicher und abrufbereit sitzt. Die Frage müsste daher lauten: „Wie lernt man anwendungssicher viel Stoff in kurzer Zeit“

Eine Lernmethode ist hierbei das Auswendiglernen. Natürlich ist es nicht möglich, seitenweise Stoff auswendig zu wissen. Deshalb sollte man sich effektiver Lerntechniken bedienen. Das Motto hierbei lautet „Leichter Lernen mit Struktur und Bildern (Skizzen)!“

Mit dem Karteilernsystem  gibt es zudem eine sehr effektive Lerntechnik für das Auswendiglernen.

Um das Karteilernsystem auch für große Mengen an Lernstoff nutzen zu können, sollte man sich einer weiteren Lerntechnik bedienen. Das Lernen anhand von Stichpunkten und Skizzen bietet hierbei die Möglichkeit, den zu lernenden Unterrichtsstoff reduziert, strukturiert und visualisiert aufzuarbeiten, um diesen dann schnell und effektiv lernen zu können.

Beim Lernen mit Lernkarten werden wichtige Grundregeln des Lernens beziehungsweise Auswendiglernens beachtet. Zum einen werden mehrere Sinne angesprochen (Lesen, Schreiben, Sprechen). Zum anderen wird der Lernstoff in einen übersichtlichen Zusammenhang gebracht und – wo möglich – mit Anwendungsbeispielen hinterlegt.

Um die Vorteile beim Lernen mit Lernkarten nutzen zu können, kommt der Aufbereitung des Lernstoffes und der Erstellung der Lernkarten eine wesentliche Bedeutung zu. Deshalb sollte man sich hierfür ausreichend Zeit nehmen.

Kurzum: „Je besser die Vorbereitung, umso einfacher das anschliessende Lernen.“

Im Folgenden werden ein paar Hinweise gegeben, wie man mit Lernkarten große Menge an Unterrichtsstoff aufbereiten und lernen kann.

  1. Überblick verschaffen und analysieren

Im ersten Schritt wird der gesamte Lernstoff zusammengetragen und durchgearbeitet. Hier muss man aber mehr tun, als nur die Seiten zu überfliegen.

Zum Zusammentragen und Durcharbeiten gehört unter anderem, in den Lehrbüchern und eigenen Schulunterlagen

  1. mit Klebezetteln hilfreiche Notizen zu machen,
  2. mit Textmarker wichtige Informationen markieren,
  3. Seitenzahlen des Lehrbuchs oder andere Quellen (z.B. Fachbücher, Internetseiten) herauszuschreiben (besonders für ergänzende Informationen).

Dieses hilft im folgenden Schritt, gezielter und effektiver mit den zu lernenden Informationen zu arbeiten.

  1. Lernstoff reduzieren

Sind alle Informationen zusammengetragen, erkennt man schnell, dass ein Auswendiglernen schier unmöglich ist. Deshalb ist notwendig, den Lernstoff in zwei Bereiche zu unterteilen.

In den ersten Teil gehören nur Definitionen, Begriffsbestimmungen, Formeln, Kurzerläuterungen und konkrete (kurze) Beispiele. Diese Informationen gehören zum Lernstoff, welcher tatsächlich auswendig gelernt werden muss. Zusätzlich können Querverweise zu Hintergrundinformationen aufgenommen werden.

Das senkt schon optisch die anstehende Belastung und nimmt ein wenig die Angst vor der Menge des Lernstoffes.

In den zweiten Teil gehören alle anderen ergänzenden Informationen, also längere Text und grössere Abbildungen. Dies bildet den ergänzenden Lernstoff, der zum Erkennen von Zusammenhängen etc. hilfreich ist und den auswendig zu lernenden Stoff mit Randinformationen ergänzt.

Natürlich ist es ebenso wichtig, sich auf die Inhalte zu konzentrieren, die man nicht beherrscht. Lernstoff der bereits „sitzt“ sollte bei den Lernkarten keine Rolle mehr spielen. Das Augenmerk liegt also auf den Inhalten, die noch nicht verinnerlicht sind.

  1. Lernstoff strukturieren

Im nächsten Schritt wird der Lernstoff in den beiden Teilen, also Teil 1: Definitionen und Teil 2: ergänzende Informationen,strukturiert.

Diese Strukturierung kann man auch als inhaltliche Sortierung verstehen. Die Kriterien hängen sowohl von der Art der Prüfung  den Anforderungen des Lehrpersonals als auch von persönlichen Vorlieben ab.

Bewährt haben sich folgende Strukturierungsmöglichkeiten:

  • Themenbezogen (z.B. Aufbau der Pflanzenwelt)
  • Fragebezogen (z.B. Welche Pflanzenfamilien gibt es?)
  • Schlagwortbezogen (z.B. Photosynthese)

Wichtig! Um besser lernen zu können, ist es entscheidend, sich für eine Strukturierungsmöglichkeit zu entscheiden. Das hilft dem Gehirn, sich an eine der Möglichkeiten ausreichend zu gewöhnen.

  1. Lernkarten erstellen

Sind alle Vorbereitungen zur Stoffsammlung- und strukturierung abgeschlossen, werden anhand der zusammengetragenen Informationen Lernkarten erstellt. Diese Lernkarten dienen dazu, den Lernstoff strukturiert, komprimiert aber vor allem „lernbar“ darzustellen.

Das Erstellen einer Lernkarteikarte wird im Folgenden am Beispiel „Photosynthese“ erläutert. Bei der Strukturierung des Lernstoffes wurde hierbei das Schlagwortsystem angewendet

4.1. Kernaussagen herausarbeiten und organisieren

Aus dem Lehrbuch und anderer Literatur wurde folgender Lernstoff herausgearbeitet.

Definition:
Unter der Fotosynthese als einer Form der autotrophen Assimilation versteht man den Prozess der Umwandlung von Wasser und Kohlenstoffdioxid in Glucose und Sauerstoff unter dem Einfluss von Strahlungsenergie und mithilfe des Chlorophylls. Dieser Prozess vollzieht sich in den Zellen von Pflanzen und ist ein grundlegender Prozess der Stoff- und Energieumwandlung bei Pflanzen.

Man unterscheidet zwischen oxygener und anoxygener Photosynthese. Bei der oxygenen wird molekularer Sauerstoff (O2) erzeugt. Bei der anoxygenen können statt Sauerstoff andere anorganische Stoffe entstehen, beispielsweise elementarer Schwefel (S).

Vorkommen:
Pflanzen, Algen und einigen Bakterien

Beispiele:
Grünalge
Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia)
Nichtgrüne Schwefelbakterien (Chloroflexi)

Bedeutung:
Die Photosynthese produziert im Jahr ca. 150.000.000.000 Tonnen Kohlenhydrate und als „Abfallprodukt“ eine ebenso gigantische Menge Sauerstoff (O2). Ausgangsstoffe für diesen Vorgang sind Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O).

Ein kleiner Tipp am Rande: Bei längeren Definitionen und Begriffsbestimmungen einfach die „nicht notwendigen“ Nebensätze weglassen, Informationen zusammenfassen und als Strichaufzählung darstellen. Idealerweise den Inhalt auf wenige Strichaufzählungen begrenzen.

4.2 Zusammenhänge abbilden

Eine weitere Möglichkeit, Information komprimiert und plakativ darzustellen, ist, mit Skizzen oder Abbildungen zu arbeiten. Für viele Lernende ist das Lernen anhand vor Darstellungen eine einfachere Methode komplexere Abläufe schnell zu verinnerlichen.

Karteikarte über Photosynthese 

Abb. Beispiel einer Lernkarte mit Stichpunkten und Skizze

Karteikarte über Photosynthese - Rückseite

Abb. Beispiel einer Lernkarte mit Stichpunkten

  1. Lernen mit Lernkarten

Um mit Lernkarten effektiv zu lernen, ist es wichtig, der Lernkarte eine immer gleiche oder ähnliche Aufbaustruktur zu geben. Hierbei helfen nicht nur Überschriften und farbliche Gestaltung, sondern auch die Darstellung der Anzahl der zu wissenden Stichpunkte.

Natürlich ist es möglich auf der Vorderseite nur den Begriff und auf der Rückseite den zu lernenden Stoff aufzuschreiben oder alles auf eine Seite zu bringen und beim Selbstüberprüfen die Notizen abzudecken.

Beim (Auswendig-) Lernen kann man sich der Anzahl der zu wissenden Stichpunkte bedienen. Das Gehirn assoziiert dabei immer einen Begriff oder eine Überschrift mit der Anzahl der abzurufenden Informationen. Beim Lernen (leises oder halblautes Lesen) wird die „Zahl“ also immer „mitgelernt“.

Beispiel 1:
Photosynthese
Definition
(Anzahl 4)

  1. Umwandlung von Wasser und Kohlenstoffdioxid in Glucose und Sauerstoff
  2.  Strahlungsenergie (Sonne) + Chlorophyll
  3.  Prozess der Stoff- und Energieumwandlung 
  4.  Pflanzen, Algen und einigen Bakterien

Beispiel 2:
Photosynthese
Bedeutung
(Anzahl 2) 

  1.  Abbau von Kohlenstoffdioxid (Treibhausgas)
  2.  Produktion von Sauerstoff (Grundlage für viele Lebewesen)

FAZIT:

Auch wenn die Vorbereitungszeit zur Erstellung von Lernkarten etwas Zeit in Anspruch nimmt und viele deshalb abschreckt, so ist sie doch eine der effektivsten Methoden des Auswendiglernens. Viele denken auch nicht daran, dass die Vorbereitungszeit auch schon Lernzeit ist. Man befasst sich hier mehrmals intensiv mit dem Lernstoff.

Einfach einmal ausprobieren und nicht nur über die Vor- und Nachteile grübeln.

Karteilernsystem (KLS) eine der besten Lerntechniken überhaupt

Auch wenn schlechte Noten vielseitige Ursachen haben, so findet man in der Regel doch eine Konstante, die unabhängig von der individuellen Schülersituation starken Einfluss ausübt – die Lerntechnik.

Viele – um nicht zu sagen, die allermeisten – Schüler und Studenten wenden überhaupt kein Lernsystem an. Man hat sich halt irgendwie immer durchgewurstelt und je nachdem eine Woche oder nur einen Tag vor der Klausur alles einmal angeschaut oder versucht, schnell noch alles auswendig zu lernen. Man spricht hier auch von „massiertem Lernen“, da man eine Masse von Inhalten in kurzer Zeit lernt. Dass dies nicht das Gelbe vom Ei ist, haben die allermeisten Schüler in Form von schlecht ausgefallenen Arbeiten schmerzlich erfahren müssen. Jedoch, zum Teil aus Unwissenheit und zum Teil aus Faulheit, ändern die meisten nichts an ihrem Lernverhalten. Wo sollten sie auch von effizienten Lernmethoden erfahren? In der Schule wird vielleicht mal eine halbe Schulstunde geopfert, um dieses eigentlich essentielle Thema anzusprechen und das auch nur von wenigen Lehrern. Darüber hinaus sind die Tipps, die dann weitergegeben werden, eher persönliche Erfahrungswerte als wissenschaftlich evidentes Wissen. Man kann hier keinem Lehrer einen Vorwurf machen, da viele im Studium zu diesem Thema nichts erfahren. Außerdem wurden gute Metastudien, die die bisherigen Erkenntnisse strukturiert zusammenfassen, erst ab den 2000er Jahren veröffentlicht. Diese sprechen allerdings eine eindeutige Sprache und bestätigen die Grundlagen unseres Karteilernsystems als besonders effizient. Tatsächlich gibt es wohl kein zeitökonomischeres, effektiveres und einfacheres Lernsystem, welches auf ein langfristiges Behalten von Wissen ausgelegt ist.

Wissenschaftliche Evidenz für unser Karteilernsystem

Unterschiedliche Metastudien heben die besondere Bedeutung von zwei Lernstrategien hervor. Das „practice testing“ sowie das „distributed practice“. Beide Lernstrategien stellen nach heutigem Forschungsstand die effektivsten Lerntechniken dar, um langfristig Wissen zu behalten (Dunlosky et al. 2013; Pashler et al. 2007). Innerhalb unseres Karteilernsystems besitzen beide Techniken fundamentale Funktionen. Darüber hinaus kommt eine dritte Lernmethode in unserem Karteilernsystem zum Einsatz, das „breaking the illusion of knowing“, wofür ebenfalls Evidenzen gefunden werden konnten (Pashler et al. 2007).

„practice testing“

Mit „practice testing“ – „übe Testen“ – ist gemeint, dass Inhalte dann besonders gut im Gedächtnis erhalten bleiben, wenn man sich testen lässt. Wie in einer ganz normalen Klausur werden hierbei Fragen gestellt und die Antwort muss aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Der Testeffekt ist keine sonderlich neue Lerntechnik. Bereits vor über 100 Jahren konnte man die positive Wirkung dieser Lernstrategie auf unsere Erinnerungsleistung feststellen. Seitdem wurden mehrere hundert Untersuchungen durchgeführt mit einer mehrere tausend Probanden umfassenden Gesamtstichprobe. Tatsächlich ist die Zahl der Untersuchungen so groß, dass die Metastudie von Dunlosky et al. 2013 sich auf die Veröffentlichungen zwischen 2003 und 2013 beschränkt hat, welche insgesamt 120 Studien gewesen sind, die ganz eindeutig beweisen: Möchte man einen Wissensinhalt möglichst gut und schnell lernen, muss man sich testen.

„distributed practice“

Die zweite Lerntechnik, die innerhalb unseres Karteilernsystems zum Einsatz kommt, lautet „distributed practice“ – „verteiltes Lernen“. Der besonders langfristig wirkende Effekt dieser Lernstrategie, die als Gegenentwurf zum massierten Lernen zu betrachten ist, konnte in über 250 Studien mit einer Gesamtstichprobe von 14.000 Probanden nachgewiesen werden (Dunlosky et al. 2013). Beim „distributed practice“ wiederholt man Lerninhalte nach einem gewissen zeitlichen Intervall. Da man sich den Lerninhalt nach jeder Wiederholung länger merken kann, führt hier eine Vergrösserung des Lernintervalls nach jeder Wiederholung zu einer immer grösser werdenden Merkdauer. Besonders das Wissen, welches in der Schule vermittelt werden soll, besitzt über das gesamte Leben hinweg grosse Relevanz. Daher ist langfristiges Behalten besonders in der Schule wichtig.

„breaking the illusion of knowing“

Viele Schüler glauben, sich umfassend für eine Arbeit vorbereitet zu haben und alle Lerninhalte beherrschen zu können. Oftmals jedoch liegen sie mit dieser Einschätzung falsch, sie sind der Illusion, alles zu wissen, erlegen. Diese Illusion zu „brechen“, darauf zielt das „breaking the illusion of knowing“ – „Brechen der Illusion, zu wissen“ – ab. Auch diese Lernstrategie wird in unserem Karteilernsystem eingesetzt. In der Metastudie von Pashler et al. 2007 konnten Evidenzen für diese Lernstrategie gefunden werden. Das Ziel hierbei ist, dass Anwendern ermöglicht wird, zwischen bereits beherrschtem und noch defizitbehaftetem Wissen zu unterscheiden. Dem Lernenden wird es also ermöglicht, festzustellen, was sollte er vor der Prüfung noch einmal durchgehen und was kann er sicher. Somit „bricht“ man gewissermassen die Illusion, dass man den gesamten Lernstoff bereits beherrscht.

Umsetzung innerhalb unseres Karteilernsystems

  • „practice testing“

Damit der Testeffekt zum Tragen kommen kann, muss Wissen frei aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Eine Art der Aufforderung, wie z.B. eine Frage zu beantworten oder eine fremdsprachige Vokabel auf Deutsch wiederzugeben, bedeutet für den Lernenden, einen bestimmten Inhalt abzurufen und wiederzugeben. Umgesetzt wird dies im Karteilernsystem, indem auf einer Seite der Karteikarte diese Aufforderung festgehalten wird und auf der anderen die wiederzugebende Antwort. Ohne die Rückseite anzusehen, versucht der Schüler also, sich an die Antwort zu erinnern. Erst danach wird die Karteikarte umgedreht und man vergleicht das Abgerufene mit der aufgeschriebenen Lösung. Hat man die Frage auf der Karteikarte korrekt beantwortet, wird diese erst einmal zur Seite gelegt und man versucht sich an der nächsten Karteikarte. Konnte man sich jedoch nicht vollständig oder nur falsch an den Inhalt der Karte erinnern, so muss diese mit einem gewissen zeitlichen Abstand (5 min.) wiederholt werden.
Letztendlich wird eine Klausursituation simuliert, nur dass die Aufgaben getrennt (eine pro Karteikarte) dargeboten werden. Es bleibt jedoch dabei, dass man Wissen, ohne Hilfe, korrekt erinnern und angeben muss.

  • „distributed practice“

Wie bereits beschrieben, geht es beim verteilten Lernen darum, dass Lerninhalte nach bestimmten, größer werdenden Zeitintervallen wiederholt werden müssen. Bei unserem Karteilernsystem wird dies umgesetzt, indem die Karteikarten nach erfolgreichem Testen in bestimmte Rubriken eingeordnet werden, die das Wiederholen der Karteikarte zum festen Datum sicherstellen. Die Intervalle nach jedem erfolgreichen Test vergrößern sich hierbei. Jeden Tag werden Karteikarten neu beschrieben, gelernt und in das Lernsystem integriert. Letztendlich soll das gesamte Wissen, dass für die Klausur gelernt werden soll, jeden Tag Stück für Stück erlernt werden. Dieses häppchenartige Lernen neuer Inhalte stellt sicher, dass der Tagesaufwand klein bleibt. Jeder Schüler wird wohl zustimmen, dass fünf neue Englischvokabeln schnell gelernt sind, es sind schließlich nicht viele. Wenn man allerdings jeden Tag fünf neue Englischvokabeln lernt, so beherrscht man am Ende der Woche 35 neue Vokabeln, am Ende des Monats 150 neue Vokabeln und am Ende eines Jahres (abzüglich der Sommerferien) 1570 Vokabeln. Eine beeindruckend große Zahl. Trotz geringem Aufwand ermöglicht unser Karteilernsystem, enorme Mengen an Wissen zu erlernen und langfristig zu behalten.

  • „breaking the illusion of knowing“

Das eigene Wissen auf Lücken zu überprüfen wird in unserem Karteilernsystem umgesetzt, indem jede Karteikarte, die nicht“ gewusst“ wurde, wieder in die erste Rubrik mit dem kürzesten Wiederholungsintervall eingeordnet wird. Da alle Lerninhalte im Karteilernsystem vertreten sind, wird so ständig geprüft, wo Lücken vorliegen und falls eine Lücke erkannt werden konnte, wird diese sofort gefüllt.

Fazit

„Mit geringem Aufwand zum Erfolg“ versprechen viele Institute und stellen Lerntechniken vor, für die oftmals keine oder nur wenige wissenschaftliche Belege existieren. Da für uns qualitativ hochwertige Lerntechniken oberste Priorität haben, versuchen wir stets, unsere Lehrmethoden mit aktuellsten Forschungsbefunden abzustimmen. Mit unserem Karteilernsystem besitzen wir ein Lerninstrument, dessen Wirksamkeit und Effizienz durch eine starke wissenschaftliche Evidenz gestützt wird. Natürlich – ohne Aufwand ist Erfolg nicht erreichbar, das gilt auch für unsere Lerntechniken, aber wir haben ein Mittel konstruiert, welches den Lernaufwand tatsächlich so stark reduziert wie wohl kein zweites.